Online Reputationsmanagement mit externen Dienstleistern

Gepostet am Aktualisiert am

Bewertungsportale Sterne ZahnärzteIn den letzten Wochen bekamen viele Zahnärzte Werbung von Dienstleistern wie Ratingdocs oder Denticheck auf den Schreibtisch. Zeit für uns dieses Geschäftsmodell mal zu untersuchen. Grundidee ist es dabei den Zahnärzten zu helfen das Rating der Zahnarztpraxis in Bewertungsportalen zu verbessern. Doch soll man diese Dienstleistung in Anspruch nehmen?

PRO externes Reputationsmanagement:

Dazu ein Beispiel: Wir schauen uns mal in einer grossen Stadt wie München die Zahnärzte mit einer besonders guten Reputation im Internet an.

Wir haben ein Bewertungsprofil von einem Zahnarzt der in einer der Top Positionen (nach Relevanz) bei dem Marktführer Jameda steht angeschaut. Dieser Arzt hat zunächst 30-40 Benotungen mit einer 1,0 hintereinander, bevor eine Note kommt die nicht 1,0 ist.

Schaut man genauer drauf, fängt die 1,0 Serie etwa Ende November 2012 an. Davor gibt es auch (seit 2010) Bewertungen. Diese sind aber lang nicht so gut, variieren mehr und es ist nur selten eine 1,0 dabei. Ausserdem liegen die Bewertungen vor der 1,0 Serie zeitlich weiter auseinander.

Dafür gibt es von unserer Seite zwei mögliche Erklärungen:

  1. Entweder war der Zahnarzt 2010, 2011 und die meiste Zeit 2012 ein guter, aber nicht durchweg sehr guter Zahnarzt und hat seine Qualität von einem Tag auf den anderen so gesteigert, dass er nur noch absolute Bestnoten bekommt und viel mehr Patienten als vorher vor Begeisterung ins Internet gehen um davon zu berichten.
  2. Oder er hat sich Ende November 2012 entschlossen aktiv das Reputationsmanagement zu beeinflussen, damit er als ein Zahnarzt mit besonders guter Reputation im Internet dargestellt wird.

Wenn man jetzt als Zahnarzt geneigt ist die letzter Variante als die Wahrscheinlichere anzusehen ergibt sich daraus ein Umkehrschluss. Es wäre demnach schwierig, ohne aktives Reputationsmanagement zu den bei einem Bewertungsportal relevantesten Zahnärzten in einer Großstadt zu gehören.

Da es nun nicht zu dem Kerngeschäft von Zahnärzten gehört aktives Reputationsmanagement auf Online Bewertungsportalen zu betreiben, empfiehlt sich der Einsatz von externen Bewertungsmanagement-Agenturen, dessen Kerngeschäft eben dieses ist. Diese helfen dabei aktiv Bewertungen von Patienten einzusammeln und spielen mit selber angelegten Accounts dann eben nur die Patienten aus, die eine Top Bewertung abgegeben haben.

KONTRA externes Reputationsmanagement:

Durch den Einsatz von Bewertungsmanagement-Agenturen werden möglicherweise nicht zu der gewünschten Zielreputation passende Bewertungen unterschlagen. Damit kommt es zu einer unseriösen Wettbewerbsverzerrung.  Diese Wettbewerbsverzerrung könnte den Bewertungsportalen auffallen und sie könnten auffälligen Zahnärzte mit negativen Konsequenzen belegen. Auffällige „unnatürliche“ Bewertungssprofile könnten zudem potentielle Neukunden abschrecken.

Dazu haben wir freundlicherweise auch ein Statement von Jameda:

„Wir raten Ärzten und Zahnärzten dringend ab, ihr Bewertungsmanagement in fremde Hände zu geben. Wir dulden auf jameda nur Bewertungen, die von Patienten selbst auf jameda eingegeben werden und ohne jede Einflussnahme zustande kommen. Die von vielen „Bewertungsmanagement-Agenturen“ praktizierte Vorgehensweise, Bewertungen in Papierform zu sammeln und dann durch Dritte auf verschiedenen Portalen einzugeben, ist unseriös. Das hat vier Gründe: Erstens fehlt der Agentur die Motivation, weniger positive Meinungen überhaupt zu berücksichtigen. Zweitens fehlt dem Praxisteam, das diese „Zettelbewertungen“ einsammelt, die Motivation, kritisches Feedback weiter zu geben. Drittens ist der Patient, der so einen Zettel ausfüllt und in der Praxis lässt, natürlich befangen. Viertens ist die Qualität dieser Agenturbewertungen häufig sehr schlecht.

Haben wir den kleinsten Verdacht, dass Bewertungen von Agenturen kommen, werden diese durch unser Qualitätsteam sofort gelöscht.

Die beste Art für Zahnärzte, viele und vor allem glaubwürdige Bewertungen zu erhalten, ist, Patienten aktiv um Feedback im Internet zu bitten und sie nicht weiter zu beeinflussen. Die große Mehrheit der Patienten ist mit ihren Zahnärzten sehr zufrieden und gibt dem Arzt gerne eine entsprechende Rückmeldung.  Agenturbewertungen wirken nicht authentisch und machen das Profil unglaubwürdig. Das merken nicht nur wir, sondern auch die Patienten, die die Bewertungen lesen.“

Die Frage die sich jedoch bei diesem Statement und der Betrachtung des untersuchten Bewertungsprofils oben unweigerlich stellt, ist was für ein Bewertungsportal ein „kleinster Verdacht“ ist. Ob sie selber ein derartiges Bewertungsprofil für natürlich erachten oder eben auch selber befangen sind, da diese Zahnärzte natürlich auch zahlende Kunden sind.

10 Kommentare zu „Online Reputationsmanagement mit externen Dienstleistern

    Christiane Harmsen sagte:
    1. Juli um 10:43

    Danke für den interessanten Artikel. Ein „Verdacht“ wäre zum Beispiel, dass in einem kurzen Zeitraum viele positive Bewertungen für ein Unternehmen eingehen oder die Email-Adressen alle sehr ähnlich klingen. Zahlende Kunden gibt es zumindest bei unserem Bewertungsportal dialo.de nicht, so dass das Thema Befangenheit keine Rolle spielt. Ein spannendenr Bereich, freue mich über weitere Artikel zu diesem Thema.

    Jens Wagner sagte:
    3. Juli um 12:03

    Gerne möchte ich hier als Geschäftsführer des Bewertungsmanagement-Anbieters DentiCheck ein paar Gedanken beisteuern. Auch durch meine Gespräche mit zahlreichen Arztpraxen zu diesem Thema vermute ich, einige interessante Ansätze formulieren zu können.

    Kaum eine Arztpraxis wird ein Interesse daran haben, ein wenig authentisch wirkendes Bewertungsprofil aufzuweisen. Jedes Profil mit über 50 Bewertungen und einem Notendurchschnitt von 1,0 wird sich der Glaubwürdigkeitsfrage stellen müssen. Warum also wollen einige Praxen gerne nur Bewertungen mit Bestnote auf Jameda sammeln? Die Antwort liegt in der Art und Weise wie Jameda die Reihenfolge der Ärzte in den Suchergebnissen bestimmt: Jede Bewertung, die nicht eine Note von 1,0 aufweist, zieht die Praxis in der Suchergebnisplatzierung nach unten. Selbst eine 1,4 bedeutet häufig einen Platzierungsverlust. Somit „bestraft“ Jameda die Praxis für eine kritische Bewertung. Es wäre sicherlich erfreulich, wenn Jameda diese Politik überdenken und somit den Druck zu Bestnotenbewertungen aufheben würde. Bis auf Weiteres muss jede Arztpraxis abwägen, ob ein authentisch wirkendes Profil oder eine gute Platzierung in den Suchergebnissen auf Jameda erstrebenswerter ist.

    Die Problematik, dass Praxen und Bewertungsmanagement-Agenturen wenig motiviert sein könnten, kritische Bewertungen einzustellen, wird also durch Jameda selbst mitverursacht und kann durch Jameda (zu einem wesentlichen Teil) aufgelöst werden. Noch aus einem weiteren Grund kann ich nicht nachvollziehen, warum Jameda die Möglichkeit zur Aussortierung kritischer Bewertungen nur im Kontext mit Bewertungsmanagement-Agenturen als existent ansieht. Schließlich bietet Jameda selbst eine (kostenpflichtige) Bewertungs-Applikation an, die die Abgabe einer Bewertung via iPad direkt in der Praxis erlaubt. Und wie verhindert Jameda, dass die hauseigene iPad App durch die Praxis nur an Patienten übergeben wird, die zufrieden sind? Richtig: gar nicht! Der Jameda Prozess unterscheidet sich diesbezüglich wenig von dem eines seriösen Anbieters im Bereich Bewertungsmanagement.

    Das Argument der Befangenheit der Patienten, die direkt in der Praxis eine Bewertung auf Papier schreiben, scheint mir nicht zu Ende gedacht. Da eine Praxis wöchentlich wohl wenig mehr als einen Patienten über die Jameda iPad-App bewerten lassen wird, ist es für die Praxis ein Leichtes die Bewertung dem jeweiligen Patienten zuzuordnen. Je nachdem was der Patient schreibt, wird er auch über den Inhalt identifizierbar. Er hat also genauso viel oder wenig Grund befangen zu sein, wie bei einer Bewertungsabgabe über einen Papierbogen. Papierbögen werden übrigens auch von anderen Portalen eingesetzt – beispielsweise imedo oder Kennstdueinen. Darüber hinaus kann man hier festhalten, dass DentiCheck sehr wohl auch bei Papierbewertungen (und genauso bei Bewertungen mittels der DentiCheck iPad-App und via E-Mail) dem Patienten die Möglichkeit einräumt, die Bewertung außerhalb der Praxis in einem vorfrankierten Umschlag portofrei an DentiCheck zu schicken: ohne Möglichkeit der Einsicht für das Praxisteam. Es ist also alles eine Frage der Ausgestaltung.

    Persönlich kann ich der Kritik seitens Jameda an Ärzten, die positive Bewertungen bevorzugen, auch aus einem anderen Grund nicht folgen. Schließlich hat Jameda anscheinend keineswegs den Anspruch ein repräsentatives Bewertungsbild einer Praxis zu schaffen. Die überwiegende Mehrheit aller Praxen auf Jameda verzeichnet zwei oder weniger Bewertungen. Dies sind Einzelmeinungen und rein subjektiv – also keineswegs repräsentativ. Wäre einem Portal wirklich daran gelegen ein gewisses Maß an Repräsentativität zu schaffen, so müssten die Bewertungen in einem statistisch verwertbaren Sampling-Verfahren generiert und erst ab einer aussagekräftigen Anzahl öffentlich einsehbar sein. Doch Jameda ist und bleibt eine Plattform für Einzelmeinungen. Wenn dem Portal also nicht an Repräsentativität gelegen ist, wieso sollte es den Praxen, die echte Bewertungen als Referenz nutzen (womöglich gesammelt mit der hauseigenen kostenpflichtigen Jameda iPad-App), einen Vorwurf machen? Man sollte nicht mit zweierlei Maß messen.

    Wichtig ist natürlich, dass man bei den Anbietern im Bereich Bewertungsmanagement die Spreu vom Weizen trennt. So ist DentiCheck unseres Wissens nach der einzige Anbieter, dessen Vorgehen und Prozesse von einer Kanzlei mit Schwerpunkt Medizin- und Werberecht (Lyck und Pätzold Medizinanwälte) umfassend geprüft und mitentwickelt wurden. Anbieter, die keine rechtliche Prüfung ihrer Prozesse vornehmen, gefährden eventuell sowohl den Kunden als auch sich selbst. Des Weiteren bietet DentiCheck Patienten die Möglichkeit, Bewertungen abzugeben, ohne dass das Praxisteam diese einsehen kann – und zwar sowohl per Papierbogen als auch per iPad App oder E-Mail. Dringend meiden sollte man Agenturen, die die Bewertungstexte selbst verfassen. Genauso sehen wir es kritisch, wenn ein und dieselbe Bewertung auf mehreren Portalen eingestellt wird. Dies kann durch Google abgestraft werden (Duplicate Content) und wirkt auf Zahnarztsuchende wenig authentisch.

    Liebe Grüße auch vom DentiCheck Team, Jens Wagner

      Elke Ruppert sagte:
      4. Juli um 15:46

      Als Sprecherin von jameda möchte ich zum Kommentar von Herrn Wagner Folgendes noch anmerken:

      Die Empfehlungen anderer Patienten sind für die Nutzer von jameda die entscheidende Hilfestellung bei der Suche nach dem passenden Arzt. Aus Fragen der Nutzerfreundlichkeit ist es daher zwingend, ihnen Ärzte mit vielen zufriedenen Patienten so zu zeigen, dass sie sie auch schnell finden. Wer dieses für den Patienten sinnvolle System manipuliert, schadet dem Patienten. Die Verantwortung für dieses fragwürdige Vorgehen den Portalen, die sich um eine möglichst patientenfreundliche Darstellung bemühen, zuzuschieben, ist doch eine zweifelhafte Argumentation.

      Einen entscheidenden Unterschied zwischen unserer iPad-App und dem Vorgehen von „Reputationsmanagement Agenturen“ unterschlägt Herr Wagner hier: Bei letzteren gehen alle Bewertungen über eine Marketing-Agentur, die – und das zeigen ja auch die so entstehenden Bewertungen – eine zweifelhafte Gate-Keeper-Funktion einnimmt, die es bei der iPad-App nicht gibt.

      Auf jameda geben Patienten ihre subjektive Einzelmeinung zu ihrem Arztbesuch ab. Sie empfehlen Ärzte (oder eben auch nicht), wie das Patienten vermutlich seit der Erfindung des Arztes tun. Damit geben sie anderen Patienten eine wichtige Hilfestellung bei der Arztwahl. Das ist richtig – und auch genau so gewollt. Darin kann ich jedoch kein Argument für das Geschäftsmodell der Bewertungs-Agenturen erkennen.

      Allen Ärzten kann ich nur raten, sich von diesen Bewertungsmanagement-Agenturen nicht einreden zu lassen, sie hätten keine Chance ohne sie. Zudem ist es falsch zu behaupten, Ärzte werden ausschließlich über Top-3-Platzierungen in Ergebnislisten gefunden. Die meisten Patienten suchen sehr viel differenzierter und „landen“ nicht auf den „großen Städte-Ergebnislisten“. Viele sehen dank Umkreis-, Stadtteil- oder Postleitzahlensuche sowie den Filtermöglichkeiten (z. B. nach Wochenendsprechstunden, bestimmten Schwerpunkten, Praxisbildern, etc.) ganz individuelle Listen mit einigen wenigen passenden Ärzten – eine Möglichkeit, die übrigens nur jameda in diesem Maße bietet. Überzeugen lassen sich die Patienten dann vor allem durch authentische, ansprechende Profile und einen sympathischen Umgang mit Patientenmeinungen.

      Viele Grüße
      Elke Ruppert von jameda

    Achim Wagner sagte:
    4. Juli um 22:29

    Die Begleitung eines aktiven Reputationsmanagementes sehen wir als wichtige Dienstleistung von conamed – Agentur für Praxismarketing. Als deren Inhaber verfolge ich die Entwicklung in diesem Bereich besonders aufmerksam und begleite mit meinem Team u.a. den Aufbau eines authentischen Reputationsmanagementes in niedergelassenen Praxen und biete Unterstützung beim Krisenmanagement.

    Mit unserer Tätigkeit bieten wir kein eigenes Konzept zur Bewertungsgewinnung, sondern informieren unsere Kunden über die individuellen Möglichkeiten der aktuellen Marktteilnehmer und machen Vorschläge, wie eine Praxis authentisch Bewertungen gewinnen kann.

    Aus unserer Erfahrung bietet jede derzeit mögliche Option Potenzial zur Manipulation. Im Gegensatz zum Onlinehandel gibt es keinen geschlossenen Workflow, der eine automatisierte Ansprache aller Patienten auf die Abgabe einer Bewertung ermöglicht. Für die im Bewertungsmanagement eher passiven Praxen birgt dies ein erhöhtes Risiko, mit kritischen Einzelmeinungen rechnen zu müssen. In Mehrbehandlerpraxen mit stark unterschiedlichen Bewertungsergebnissen konnten wir nachvollziehen, wieviel Einfluss positive Bewertungen auf die Arztwahl haben. Aus unserer Sicht sind Praxen geradezu genötigt, eine Absicherung durch eine möglichst breit angelegte Bewertungsgewinnung zu etablieren.

    Wir haben hier folgende Erfahrungen gemacht:

    1. Versand von Bewertungseinladungen via Mail
    Die aus dem e-Commerce-Bereich bewährte Lösung findet eher wenig Anwender. Häufig sind keine Mailadressen von Patienten hinterlegt bzw. keine Einverständniserklärungen für entsprechende Aktivitäten vorhanden. Wenn wir die Volumen von Online-Shops in Relation zu deren Bewertungszahl setzen, dann ist leicht nachvollziehbar, daß der Aufwand nicht im Verhältnis zum Ergebnis steht.

    2. Anwendung von Patientenfragebögen
    Viele Patienten mit umfangreichen Zahnproblemen gehören zu der Gruppe von Menschen, die sich nicht im Internet bewegt. Entsprechend verfügen diese Patienten auch nicht über eine Mailadresse, die zur Online-Verifizierung einer Bewertung zwingend erforderlich ist. Der Ausschluss dieser Patienten aus dem Bewertungssystem führt m.E. zu einer starken Verfälschung der möglichen Bewertungsergebnisse.
    Ich sehe deshalb keinen Grund, auf ein sorgfältig organisiertes Bewertungsmanagement mit Fragebögen zu verzichten. Die Rücklaufquote ist aus unserer Erfahrung die mit Abstand beste von allen möglichen Optionen.

    3. Einsatz von Tablets
    Nach einer anfänglichen Euphorie stellen wir immer wieder fest, daß die Lust am Tablet häufig nach wenigen Wochen nachlässt und oft komplett einschläft. Trotzdem ist es eine der effektivsten Möglichkeiten zu Ansprache.

    4. Verwendung von QR-Codes
    Einige Portale bieten mobile Bewertungsseiten, die über patienteneigene Smartphones und Tablets genutzt werden können. Es liegt nahe, auf Visitenkarten, Briefbeilagen oder ähnlichen Dokumenten QR-Codes bereitzustellen, die einen einfachen Aufruf der Webseiten ermöglichen. Aber auch dieses Konzept leidet unter hohen Streuverlusten bzw. wird nicht als Standardlösung angeboten und muss im Bedarfsfall als Agenturleistung von uns bereitgestellt werden.

    Ich gehe davon aus, dass die voranstehenden KommentatorInnen eigene Erfahrungen mit „Problempraxen“ gemacht haben. Wer über eine bestimmte Art von „harten“ Negativbewertungen verfügt, kann sich auch mit Fake-Bewertungen nicht aus diesem Problem lösen. Patienten, die aufgrund falscher Bewertungsangaben in solche Praxen kommen, sind eher geneigt, hier mit einer „korrigierenden Bewertung“ auszugleichen. Hier helfen dann weder Kommentierungen noch Löschungsversuche.

    Mein Fazit:
    Bewertungen nehmen zunehmend Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis. Die Verlockung für Bewertungsmanipulationen ist in jedem Qualitätslevel groß. Schlechtere Praxen werden sich trotzdem nicht gegen begründete Negativbewertungen wehren können – auch nicht mit einem externen Reputationsmanagement.
    Der Ausschluss von konventionellen Bewertungsmöglichkeiten (Fragebögen) klammert eine der wichtigsten Patientengruppen aus dem Prozess aus.
    Somit sehe ich auch Jameda nicht in der Lage, seinen hohen Ansprüchen in vollem Umfang gerecht zu werden.

    Viele Grüße

    Achim Wagner | conamed – Agentur für Praxismarketing

    Perfect Smile sagte:
    14. August um 11:48

    Bewertungen sind ein wesentlicher Teil lokalen Suchergebnissdarstellung. Vor allem mit immer prominenteren Darstellung lokaler Ergebnissen in der Suchmaschine Google sind Bewertungen auch ein Eyecatcher und erhöhen die Klickrate und sind somit für Google ein Zeichen dieses Ergebnis vorzureihen. Und die Vorreihung bedeutet automatisch mehr Traffik und wahrscheinlich auch mehr Kunden die zu mir kommen => also was liegt näher Bewertungen zu „kaufen“ Wenn ich mir die Suchanfrage für „Zahnarzt München“ anschaue und dann den Suchtreffer für Position A in Karte sehe ich 45 Bewertungen. Schau ich mir die Bewertungen genauer an, bzw deren Profile ist klar, dass das alles gefaked ist!!

    Tim Renner sagte:
    15. Oktober um 21:02

    Studien belegen, dass vielen Ärzten die Bedeutung und auch die Chancen der Arzt-Bewertungsportale nicht bewusst sind. Der Umstand, dass Ärzte nun online bewertet werden, ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Als Praxis oder Arzt kommt es nun darauf an produktiv mit dieser Situation umzugehen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, mit Bewertungsportalen offensiv umzugehen. Bewertungsportale völlig zu ignorieren wäre sicher der falsche Weg. Motivieren Sie zufriedene Patienten Ihre Praxis zu bewerten. Bei einer hohen Anzahl guter Bewertungen fallen wenigen schlechten Beurteilungen kaum ins Gewicht. Suchen Sie ggf. auch den Kontakt zu unzufriedenen Patienten und versuchen Sie die Situation zu klären.

    Brigitte Klotzinger sagte:
    4. November um 18:31

    Bewertungen sind im Web 3.0 wichtig. Vor allem aber sie sind da. Das zu leugnen wäre dumm. Es ist besser mit diesen Bewertungsportalen offensiv umzugehen als sie zu ignorieren. Wichtig ist es auch negative Kritik zuzulassen und richtig damit umzugehen. man sollte die Patienten motivieren mitzumachen. Und wenn ich eine gute Arbeit mache dann bekomme ich zwangsläufig gute Kritik und damit gute Bewertungen!!

    Dr.Petsas sagte:
    10. April um 22:48

    Ich bin durch Zufall auf die Diskussion gestossen. Mein Name ist Dr.Petsas und ich bin Geschäftsführer der Firma ratingdocs. Auch ich werde mich , wenn auch verzögert gerne “outen” und auf dieser Seite meine Sichtweise dieser Entwicklung darstellen.

    Fakt 1:

    Wirklich kein zufriedener Patient macht sich die Mühe, im Internet nach Portalen zu suchen, um seinen Behandler positiv zu bewerten. Das ist ein Fakt und nicht zu diskutieren. Der zufriedene Patient bringt Kuchen in die Praxis und bewertet nicht auf Jameda & CO, es sei denn, der Arzt bittet seinen Patienten. Allerdings wird das nicht oft genug passieren, weil das schlicht das Vertrauensverhältnis belastet und dem Patienten gegenüber ( man denke an Karzinompatieten etc.) unangebracht ist und an DIESER Stelle unseriös wirkt.

    Ich kann (ich denke Herr Wagner von denticheck würde zustimmen) auch nichts Positives an Jameda erkennen, der Mehrwert für einen Patienten ist wirklich fraglich, der ganze Dienst ist fraglich. Hier ist ein neues Geschäftsfeld aufgestossen, das entsprechend der Philosophie der AxelSpringer Gruppe (Focus, Bild etc.) ausschliesslich polemische Schlagzeilen zum Verkauf seiner überflüssigen Dienste ( hier teure Profile ) nutzt.

    Fakt 2:

    Unzufriedene Patienten wenden sich übrigens an einen Gutachter oder klagen über einen Anwalt, Jameda ist bei Patienten eher unbekannt und spielt keine Rolle.

    Ich behaupte, dass Reputationsagenturen NÖTIG sind, um Negativkommentare, falsche Tatsachenbehauptungen, Diffamierungen usw. auszugleichen! Und das NUR, weil Jameda vollkommen falsche Wertschöpfungen enstehen lassen möchte.
    Hier stehen Existenzen (besonders von jungen Praxen oder Privatpraxen) auf dem Spiel.

    Ich sehe übrigens auch die Notwendikeit, mit einem starken Konkurrenzprodukt aufzutreten, um besonders Jameda diese missbrauchte Machtstellung wieder zu entreissen.

    LG

    Dr.Petsas
    ratingDocs

    Andreas Geißinger sagte:
    29. August um 10:52

    Ein gutes Reputationsmanagement beinhaltet zwei wichtige Faktoren:
    Zuerst sollte die Praxis über ein gutes Monitoring verfügen, um auf unfaire Bewertungen oder Krisen schnell zu reagieren. Dazu kann die Praxis z.B. Portalbetreiber anschreiben und um eine erweiterte Stellungnahme bitten. Wichtig ist es aber auch gezielt darauf zu achten warum die Praxis negativ bewertet wurde und dieses Feedback in zukunftige Prozesse einfließen zu lassen.

    Der zweite Faktor ist es die eigenen Patienten zu Bewertungen zu animieren. Den nicht nur die Qualität der Bewertungen spielt eine Rolle sondern auch die Anzahl. Auch fallen einzelne negative Bewertungen nicht so schnell ins Gewicht wenn ein Pool guter Bewertungen bereits existiert.

    thomas sagte:
    26. November um 01:28

    Letztendlich geht es um Klicks, Leads, Machtpositionen im Internet und banales Geldverdienen. In diesem Zuge wird im Netz alles versprochen und manipuliert, um sein Produkt zu rechtfertigen. Ich bin SEO und beobachte ständig nahezu alle Bewertungsplattformen und kann keine ausschliessen, auf der nicht getrickst wird. Am schlimmsten sind die Lieferdienste! Zu Herrn Dr. Petsas möchte ich sagen, dass das Spreaden von Inhalten, also Ihr Geschäftsmodell, eine Verzerrung der Bewertungssituation herbeiführt. So wie Sie den Ärzten verkaufen, das Sie mit mehr Bewertungen mehr Patienten generieren, so verkauft Jameda sein Premiumprofil. Bei Jameda stösst mir dabei sehr übel auf, das bestehende Negativbewertungen nach Abschluss eines Premiumvertrages verschwinden und somit eine aktive Manipulation stattfindet, um Verträge zu verkaufen. Nicht die feine englische Art! Das würde dem Aufsichtsrat der TommorrowFocus Gruppe sicherlich nicht gefallen…. Ich könnte meine Screenshots mal zur Konkurrenz schicken 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s