SEO für Webseiten – Auslaufmodell oder Erfolgsfaktor?

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SEO Zahnarzt Webseite
Geld gegen Rankings am Ende?

Die Suchmaschinenoptimierung galt lange als Königsdisziplin des Onlinemarketings, versprach das Invest doch nachhaltigen Traffic für die Webseite. Und so stellten mehr und mehr Zahnarztpraxen Budgets meist externen Agenturen zur Verfügung.

Nun sind SEO Agenturen ein Thema für sich und wer sich mit dem Thema überhaupt nicht auskannte wurde natürlich oft von einer der vielen unseriösen Agenturen die die Unwissenheit der Kunden ausnutzen über den Tisch gezogen. Normal erkennt unseriös arbeitende Agenturen ganz einfach. Fast alle Agenturen die aggressiv „kalt“ akquirieren und bereits bei der ersten Kontaktaufnahme Platz 1 oder Top 10 Rankings versprechen gehören dazu.

Aber auch wer eine gute Agentur hatte bekam es zumindest in den Ballungszentren mit immer stärkerer Konkurrenz von anderen Zahnmediziner zu tun. Es gibt für eine Suchanfrage nur wenige Plätze auf der ersten Google Ergebnisseite und je mehr Zahnarztpraxen Aufwand und Geld investieren um dort gefunden zu werden, desto schwieriger wird es eine Position dort zu erreichen oder zu halten. Zudem investieren viele Portale wie Branchenbücher oder Bewertungsportale in SEO um für die umkämpften Suchbegriffe mit Regionalbezug ganz vorne zu stehen, so dass sich der Wettbewerb hier noch mehr verschärft.

Wer nun noch neu versucht in Grossstädten wie München, Berlin, Hamburg & Co mit seiner Zahnarztpraxis vorne zu stehen muss auch in sogenannte Backlinks, also Links von anderen Seiten investieren. Diese bekommt man auf diversen Portalen oder von Dienstleistern entweder durch Bezahlung oder durch geschicktes Vermarkten von sehr hochwertigen Inhalten. Und letzteres können und wollen oft die externen SEO Agenturen nicht – sie sind ja auch keine Spezialisten für Zahnmedizin.

Aber wer nun noch der Versuchung erliegt Geld gegen Backlinks zu tauschen kann ein Problem mit den Qualitätsrichtlinien von Google bekommen. Stellt Google fest, dass gegen diese, z.B. durch den Kauf von Backlinks, verstossen wurde kann die eigene Webseite abgestraft werden und verschwindet aus den Rankings.

Das gilt nicht nur für neue Backlinks. Viele Zahnärzte die schon lange in SEO investieren bekommen Probleme mit vor Jahren aufgebauten Links. Vorgehensweisem beim Linkbuilding die noch vor kurzem als sehr erfolgreich und zeitgemäß galten werden durch immer feinere Algorithmen bei Google auf einmal toxisch und können ebenfalls zu einer Abstrafung führen, deren Behebung sehr aufwendig sein kann.

Wer also neu in SEO investieren will und seine Zahnarztpraxis in einer Stadt (und das kann auch eine Kleinstadt sein) mit relevanter Mitbewerberdichte hat sollte sein Invest genau prüfen und sicher sein, dass er eine seriöse Agentur hat. Hier sollte man sich nicht von angeblich besonders tollen Referenzen blenden lassen, sondern diese genau prüfen.

Welche Alternativen gibt es zur Neukundengewinnung über Onlinemarketing?

Das wäre zum einen SEA (Search Engine Advertising) / Google Adwords. Man zahlt einfach für jeden Klick. Hier sollte man prüfen lassen mit welchen Klickpreisen man für seine relevanten Keywords zu rechen hat. Diese können in Ballungszentren durchaus unrentabel werden und liegen u.U. bei mehreren Euro pro Klick.

Man kann auch versuchen über die Ergebnisse bei den lokalen Google Suchergebnissen (lokal SEO über Google Maps / mybuisness Einträge) gute Rankings zu erreichen. Hier kann man über gezieltes Reputationsmanagement und gute Nutzerbewertungen oft mit sehr viel weniger Aufwand relevante Platzierungen erreichen, sollte hier aber nicht auf die falschen Partner setzen (siehe: https://zahnarzt-blog.com/2013/06/30/bewertungsmanagement-agenturen-wie-ratingdocs-denticheck/)

Interessant sind auch gute Platzierungen bei der Suche bei den Arztbewertungsportalen, z.B. dem Marktführer Jameda. Hierüber lassen sich sogar direkt Terminbuchungen generieren. Allerdings kommt man heutzutage in Ballungszentren nur über sehr viele relevante und sehr gute Nutzerbewertungen in relevante Positionen – und steht vor dem selben Problem wie beim Linkbuilding. Ausreichend gute Bewertungen zu erhalten (bei Jameda sind z.B alle Bewertungen die schlechter als 1,0 sind im Sinne einer Sichtbarkeit wenig förderlich) sind auf natürlichen Wege kaum möglich (siehe: Reputationsmanagement) und so muss man wenn man erfolgreich sein will auch hier nachhelfen. Zudem kann gerade die Blase „Jameda“ schnell platzen, da die Plattform davon profitiert bei Google so gut zu ranken und Google Besucherströme auf für die Nutzer relevante Seiten lenken will und nicht über Umwege auf Seiten deren Betreiber Geld in Reputationsmanagement investieren.

Erwähnen wollen wir auch noch die sozialen Kanäle und das neue Zauberwort in Onlinemarketingkreisen: Content Marketing. Das Prinzip dahinter ist recht einfach: wer im Netz einzigartige, hochwertige Inhalte erstellt die seine Zielgruppe anspricht, kann damit gute Reichweiten erzielen weil sich dieser Inhalt u.U. selber verbreitet. Klingt gut, hat aber ein Problem. Diese Inhalte zu erstellen und an den richtigen Stellen zu verbreiten (=seeding), damit er sich dann weiter verbreitet ist alles andere als einfach und erfordert sowohl bei der Erstellung als auch beim Seeding Expertenwissen. Das kann somit in den wenigsten Fällen im Bereich der Zahnmedizin von externen Agenturen erledigt werden.

6 Kommentare zu „SEO für Webseiten – Auslaufmodell oder Erfolgsfaktor?

    Burkhardt sagte:
    4. November um 20:53

    … da ich davon ausgehe, daß der Verfasser des Artikels es gewohnt ist wissenschaftlich zu arbeiten (und zu schreiben) wäre es doch schon einmal die Quelle für die Aussage “ wurde natürlich oft von einer der vielen unseriösen Agenturen die die Unwissenheit der Kunden ausnutzen über den Tisch gezogen […]Normal erkennt unseriös arbeitende Agenturen ganz einfach. Fast alle Agenturen die aggressiv „kalt“ akquirieren gehören dazu.“ zu erfahren. Ansonsten sind wir hier unter dem Niveau der Bild-Zeitung. Zum über den Tisch ziehen gehören doch immer zwei: Der der zieht und der der gezogen wird. Als Zahnärzte haben wir doch alle Abitur und sollten in der Lage sein uns in neue Themen einzuarbeiten bevor wir Geld ausgeben. Wer das nicht macht, hat m.E. selber Schuld.

    Sebastian Frost sagte:
    5. November um 09:20

    Erfordert nicht jede, der angesprochenen Maßnahmen Expertenwissen? Und ist es nicht gerade das, was eine Agentur mit Spezialisierung ausmacht?

    SEO bzw. Suchmaschinenoptimierung ist nach wie vor wichtig, denn
    1. „verbrennt“ man mit AdWords fortwährend Geld (nach dem Prinzip „Tausche Geld gegen Traffic). AdWords ist kurzfristig immer eine gute Alternative um auf Seite 1 zu erscheinen, langfristig sollte aber in die „echten“ Positionierung und somit in SEO investiert werden, natürlich bei einer vertrauenswürdigen Agentur und nicht bei den oben angesprochenen.
    2. Bleiben Anzeigen halt Anzeigen (bei Google mit der gelben Hinterlegung) und viele Nutzer schauen gekonnt an ihnen vorbei. Die organischen („echten“) Ergebnisse genießen einfach mehr Vertrauen und haben daher bessere Conversion- & Klickraten.

    Zudem ist Local SEO auch nur SEO, das Risiko dubiosen Agenturen auf den Leim zu gehen besteht hier genauso. Die Präsenz in Sozialen Netzwerken, allen voran Facebook und Google+, ebenso wie in Ärzteverzeichnissen und -portalen kann nicht schaden, im Gegenteil zahlt sie sich sogar aus, der Kern einer jeden als Marke und somit als Autorität zu etablierenden Praxis ist aber nach wie vor die eigene Webseite!

    Und diese will bei Google nun mal für die verschiedensten (relevanten) Suchanfragen gefunden werden.

    Wie so oft gibt es kein Wunder- oder Allheilmittel. Je nach Thema, Ziel(gruppe), Region und Budget will nach Kosten/Nutzen abgewägt werden. Und oftmals macht es der Mix. Gut, dass es die Spezialisten / Agenturen gibt. 😉

    Kevin sagte:
    26. November um 10:56

    Was hier nicht erwähnt wurde ist, dass sich SEO nicht allein auf Backlinks und Linkbuildung beschränkt.
    Wohl das Wichtigste ist die Website und deren Inhalt Google gut zu übermitteln. Das heißt, dafür sorgen, dass die Website beispielsweise schnell lädt, dass man Produktdaten besonders hervorhebt durch Rich Snippets oder ganz banal, Bilddateien danach benennt was auf ihnen zu sehen ist. So weiß Google besser was auf der Seite zu finden ist und kann es intern besser einordnen.

    MAyKay sagte:
    21. Dezember um 19:43

    Das SEO wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Allerdings wandelt sich der Bereich natürlich auch. In Zukunft sollten die SEO Aktivitäten mit den restlichen Aktivitäten des Unternehmens im Einklang stehen.

    Christian sagte:
    23. Dezember um 15:57

    Gute Zusammenfassung – es wird immer schwieriger vorne in den Suchergebnissen zu erscheinen. Wie bei allen Dingen des täglichen Praxislebens hilft es selbst ein Buch über SEO zu lesen, dann ist die Beurteilung der Leistung einer Agentur eigentlich nicht so problematisch.

    RZG Zahnarzt Herne sagte:
    6. Juli um 09:30

    Auch wir nutzen die Suchmaschinenoptimierung in Verbindung mit AdWords. Wir erzielen hier sehr gute Ergebnisse – es hängt natürlich immer vom Wettbewerb ab. Die technische Optimierung ist beim SEO ähnlich wichtig wie das Linkbuilding.

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